8.8/10

Review: Ronja Räubertochter


Heute gibt es hier mal etwas anderes: Ein Review der kürzlich veröffentlichen Anime-Adaption von Astrid Lindgrens Roman Ronja Räubertochter (Sanzoku no Musume Rōnya).

Wie viele andere war selbst ich im Vorfeld etwas skeptisch gegenüber der neuen Serie die NHK Japan in Kooperation mit Studio Ghibli im Jahr 2014 angekündigt hatte. Besonders die im Vorfeld genannte andere Art des Zeichenstils – Also ein Mix aus 3D-CGI mit normalen Hintergründen – war zu diesem Punkt doch schwer vorstellbar.

Im Vorfeld muss ich sagen, dass ich bis dato die Buchvorlage von Astrid Lindgren leider nicht gelesen habe. Trotzdem ist mir die Geschichte schon vorher durchaus bekannt gewesen. Allerdings lag die Berührung hier schon mittlerweile über 20 Jahre zurück und liegt in der Zeit wo ich noch in der Grundschule war. Damals wurde in der Balver Höhle im Sauerland eben diese Geschichte als Theaterstück aufgeführt.

Grundlage:

Die Serie besteht aus 26 TV-Folgen mit jeweils durchschnittlich 23 Min Spiellänge und kommt somit auf eine gesamte Spiellänge von knapp 600 Min oder 10 Stunden. Sie kommt auf 4 einzeln erhältlichen Blu-Ray/DVDs daher die zu jeweils ca. 25 € erhältlich sind. Als Alternative kann man die Serie auch zu jeweils 15 € über Amazon Video anschauen. Die Serie wurde auf einem 55“ 4k-Fernseher von Panasonic und einem 5.1 Surround-System mit Blu-Ray-Player von LG geschaut.

Inhalt

Die Serie beginnt mit der Geburt von Ronja auf der Mattisburg, dem Unterschlupf der Mattisbande. Ronja ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Ehefrau Lovis. Zusammen mit Ihren Eltern und der übrigen Räuberbande verbringt sie hier auf der Burg Ihre ersten Kinderjahre, bis sie nach einiger Zeit endlich den umliegenden Mattiswald erforschen darf. Eines Tages lernt sie Birk Borkason, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka und dessen Frau Uldis kennen. Ihre Bande, die sich selbst die Borkabande nennt, hat sich klammheimlich im hinteren Teil der Mattisburg eingenistet, der am Tag von Ronjas Geburt durch einen Blitzschlag vom Rest der Burg getrennt wurde.

Die Mattisburg – Der hintere Teil wird im Laufe der Serie zur Borkafeste

Zum Ärger Ihrer Eltern freunden sich Ronja und Birk sehr schnell an und bestehen gemeinsam viele brenzelige Situationen. Die Situation eskaliert als Birk von Mattis gefangen genommen wird und als Druckmittel gegen Borka benutzt wird. Ronja begibt sich deshalb kurzerhand freiwillig in die Hände des Feindes. Von den Eltern verhasst ziehen beide schließlich in eine Höhle im Mattiswald.
Mattis‘ Sehnsucht zu seiner Tochter führt allerdings dazu dass er nach einiger Zeit in den Dialog mit Borka tritt um den Konflikt zu lösen. Schlussendlich kehren sowohl Ronja als auch Birk zu Ihren Eltern zurück und auch beide Räuberbanden schließen sich letztendlich sogar zusammen.

Alle Charaktere werden hier sehr überzeugend dargestellt, ob Mimik, Emotionen oder Eigenheiten. Man hat hier alle sehr bald ins Herz geschlossen. Gerade Ronja strotzt am Anfang nur so vor Freude. Auch die Borkabande, die am Anfang nur spärlich auftaucht wird im Laufe der Serie sehr gut dargestellt.

Charaktere (v. l. n. r.): Glatzen-Per, Ronja, Mattis Birk, Lovis

Bild

Zunächst ein Wort zu den Animationen: Trotz der im Vorfeld beschriebenen Bedenken macht diese optisch einen sehr positiven Eindruck. Die Animationen sind sehr flüssig und dank der CGI-Technik spielt die Serie hier Ihre stärke aus: Ich habe selten so detaillierte Charaktere mit Mimik und Emotionen bewundern können. Egal ob Charakterdesign oder die sehr authentische Darstellung von Licht und Schatten. Hier merkt man das Können der Entwickler. Die Hintergründe sind ebenfalls in gewohnt guter Qualität vorhanden, wobei hier allerdings die Detailverliebtheit gegenüber anderen Ghibli-Filmen etwas nachlässt. Hierbei sollte aber bedacht werden, dass es sich um eine vollständige TV-Serie mit 26-Episoden und nicht um einen 2-stündigen Film handelt. Insgesamt bietet die Serie optisch eins sehr gelungen Bild mit frischen bunten Farben und einer guten Schärfe. Auch der Kontrast kann überzeugen, denn es sind stets immer alle Details gut zu erkennen.

Ronja im Wald

Ton

Der Ton liegt auf der Blu-Ray in Dolby Digital 2.0 vor. Als Sprachen stehen hier Deutsch und das japanische Original zur Verfügung. Die Synchronisation ist gut gelungen und die deutschen Synchronsprecher wissen es, die Emotionen der Figuren gut rüber zu bringen. Auch übersetzungstechnisch wird hier sehr nah an der Buchvorlage agiert: Sowohl im japanischen sind alle Namen der Figuren aus dem Original übernommen worden. Und auch die Namen der Wesen im Mattiswald und viele Wortphrasen wurden direkt aus der Buchvorlage übernommen. Der Soundtrack überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Zu Serie passend, werden wird die Musik dezent verwendet. Die Lieder wurden ebenfalls aus dem schwedischen Original übernommen und in die jeweiligen Sprachen übersetzt.

Extras

Bei den Extras schwächelt die TV-Serie leider etwas. Außer einem obligatorischen Wendecover ohne USK Siegel befindet sich auf den Disks lediglich eine kurze Trailershow. Hier hätte ich mir zum Abschluss wenigstens ein paar Einblicke in die Erstellung der Serie gewünscht.

Leave a Reply

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen